In der Vergangenheit müssen Frauen für ihre Rechte kämpfen, sich gegen Sexismus einsetzen und gar dafür, was sie tragen dürfen. Ob ihre Kleidung Taschen hat, gehört ebenso zu einer Art Revolution. Was in der Vergangenheit völlig fehlt, ist auch heute noch ein großes Thema in der Branche der Damenmode.
Taschen-Mangel
Im Mittelalter haben die Menschen keine Taschen an ihrer Kleidung und tragen stattdessen kleine Beutel mit sich herum, so Raven Fox Capes. Doch im 17. Jahrhundert kommt jemand auf die Idee, diese kleinen Säckchen direkt in die Kleidung zu nähen, um die Wertsachen nah am Körper zu halten.
Die Geburtsstunde der Tasche
Aber der Nachteil ist, dass Frauen im Gegensatz zu Männern damals immer noch darauf angewiesen sind, separate Taschen zu haben, die unter ihren Unterröcken sitzen. Das kleine Täschchen wird um die Taille gebunden, zwischen Unterrock und Petticoat. Man muss sich also damals in der Öffentlichkeit ausziehen, um an seine Sachen zu gelangen, was natürlich nicht nur unfair, sondern auch unpraktisch ist!
In form and function these hoop skirts were similar to the 16th- and 17th-century farthingale and to 18th-century panniers, in that they too enabled skirts to spread even wider and more fully. pic.twitter.com/6ryKHJ4b3I
— WikiVictorian (@wikivictorian) November 18, 2020
Als könne es nicht schlimmer für die Taschensituation werden, kommt Ende des 18. Jahrhunderts die figurbetonte Mode, die keine Taschen mehr unter dem Rock zulässt. Die Frauen tragen kleine Ziertaschen um ihre Hüfte, in die kaum etwas hineinpasste, berichtet Raven Fox Capes.
Paris, France 122 years ago, 1900 pic.twitter.com/DbggQmHMBy
— Vala Afshar (@ValaAfshar) September 30, 2022
Kein Grund zur Tasche
Wofür ist die Tasche in der Zeit der Taschenevolution überhaupt nötig, wenn sowieso die Ehemänner der Frauen das Geld bei sich tragen? Im 20. Jahrhundert ändert sich jedoch Grundlegendes und Anleitungen zum Einnähen von Taschen in Röcke werden unter den Frauen immer beliebter. Mrs Daffodil Digresses berichtet, dass der neu erfundene sogenannte Suffragetten-Anzug von 1910 für die Frau gleich ganz viele Taschen hat!
The final painting is titled, Suffragette. 36 x 36 part of the Hues of Freedom series for the opening at the Lockwood Museum artist reception on 10/27. (Link in the bio)#vintage#painting#artstudio#art#suffragette#artgallery#artwork#artoftheday#paintingoftheday#artsharepic.twitter.com/DrtjO5NMcX
— Allan Linder (@AllanLinder) October 18, 2022
Hosentasche im Laufe der Zeit
Leider ist dies nicht das Ende der Taschensaga, denn die Nachkriegswelle der beiden Weltkriege macht Frauenkleidung immer enger und die Tasche wird wieder zu einem Männerobjekt. Die Skinny Jeans erobert den Markt gegen Ende der 2000er, erzählt History of Jeans. Zu dieser Zeit erkennen die Designer:innen, dass es an der Zeit ist, so etwas wie Handtaschen ins Geschäft zu bringen. Hosentaschen seien also keine Notwendigkeit mehr, so Medium.
Marlene Dietrich rocking a suit better than most men. #marlenedietrich#womeninsuits#breakinggenderstereotypes#rebelwomenpic.twitter.com/8K8Dozxuus
— GENDER REBEL (@genderrebelJo) August 4, 2021
Die Vordertaschen von Frauenjeans sind laut einer Studie aus dem Jahr 2018 von der amerikanischen Internetseite Pudding 48 % sogar kürzer als die von Männern und nur 10 % von den Hosentaschen der Frauen bieten Platz für eine ganze Hand, während es bei Männern ganze 100 % sind! Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Hosentasche für Frauen noch revolutionieren wird.
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Aus dem Englischen übersetzt von Ohmymag UK